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Workshop: Virginie Bobin "How (Not) to Disappear in Translation"

16.01.2023 bis 17.01.2023 - Tanzquartier Wien

Workshop: Virginie Bobin "How (Not) to Disappear in Translation"

FREIER EINTRITT, VERMITTLUNGSANGEBOT, TANZ/PERFORMANCE/MUSIK


Skizze für eine Hörpartitur, nach einer von Virginie Bobin und Marianne Mispelaëre im Rahmen des Workshops Les invisibles erdachten Partitur, Le Crédac, 2022 Skizze für eine Hörpartitur, nach einer von Virginie Bobin und Marianne Mispelaëre im Rahmen des Workshops Les invisibles erdachten Partitur, Le Crédac, 2022

How (Not) to Disappear in Translation

"Interpreters are not used to speaking in their own name: it’s a professional tic."
"The interpreter disappears. Disappearing is just her expertise, her value."
"I am not here. I must be invisible. It allows me to keep a certain distance."

Im Rahmen umfassenderer Forschungen zu den politischen und affektiven Praktiken des Übersetzens führte Virginie Bobin Gespräche mit professionellen und ehrenamtlichen Dolmetscher:innen, die mit Menschen arbeiten, die in Frankreich politisches Asyl beantragt haben. Im Rahmen des Asylrechts sind die Dolmetscher:innen täglich mit Geschichten von Gewalt konfrontiert, die sie für die französische Behörden verständlich machen sollen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zweier Wahrheitsregime: der Wahrheit der Erzählenden, die oft „die Grenzen der patriarchalen Zeit und Wahrheit überschreitet“ (Trinh T. Minh-ha), und jener der Behörden, die deren Geschichte nach bestimmten Kriterien der Glaubwürdigkeit und anhand von Beweisen bewerten, um ihnen Zugang zu einer Reihe von Rechten zu gewähren – oder zu verweigern. In diesem Dazwischen wird von den Dolmetscher:innen erwartet, dass sie strikte Neutralität wahren, dass sie quasi "verschwinden" – ein Verb, das in den Gesprächen häufig vorkommt. Als Reaktion auf diese unmögliche Forderung erklären einige von ihnen, dass sie gelernt haben, ihre Arbeit als eine Performance oder ein Rollenspiel zu betrachten. Doch wenn Dolmetscher:innen in ihrem eigenen Namen sprechen, handelt es sich vielmehr um eine "Performance des Bezeugens" (Amber Jamila Musser), die jene Machtmechanismen offenlegt, die bei der staatlichen Verwaltung des Exils eine Rolle spielen.

Im Zuge von zwei Workshops lädt Virginie Bobin die Teilnehmer:innen ein, anhand eines Drehbuchs, das aus Auszügen aus ihren Gesprächen mit Dolmetscher:innen besteht, mit verschiedenen Modalitäten des Lesens, Sprechens, Zuhörens und Vertonens zu experimentieren. Das Skript fokussiert auf verschiedene relationale, ethische und politische Aspekte dessen, was geschieht, wenn das Übersetzen Prozesse des Erzählens, Bezeugens und Zuhörens innerhalb des kodifizierten Raums des Gesetzes vermittelt und verkompliziert. In den Workshops wird versucht, einen Raum zu schaffen, in dem wir gemeinsam zwischen den Zeilen zuhören können – auf das, was zum Schweigen gebracht, nicht gesagt oder nicht übersetzt wurde. Indem wir verschiedene Arten der Interpretation des Drehbuchs proben, denken wir darüber nach, wie eine betroffene Übersetzungspraxis zu einer einfühlsameren Einstimmung auf "unmögliche Geschichten" (Saidiya Hartman) führen und Neutralität oder Unsichtbarkeit verweigern kann.

Tanzquartier Wien

Öffnungszeiten

Mo-Fr:9 – 19.30h
Sa:10 – 19.30h
So:Geschlossen

Kontakt

Tanzquartier Wien GmbH
Museumsplatz 1, A-1070 Wien
Tel.: +43-1-581 35 91
tanzquartier@tqw.at
www.tqw.at

 

 


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