16.06.2017 bis 19.06.2017 - Halle E+G
Wiener Festwochen 2017: Battlefield
TANZ/PERFORMANCE/MUSIK
Wiener Festwochen 2017: Battlefield
Nach dem Mahabharata und dem gleichnamigen Stück von Jean-Claude Carrière
Peter Brook, Marie-Hélène Estienne
Theater
Englisch mit deutschen Übertiteln
Ort: HALLE E
Dreißig Jahre nach seiner legendären neunstündigen Version des Mahabharata kehrt Peter Brook zu diesem indischen Volksepos zurück und erschafft ein atemberaubendes Destillat des jahrtausendealten Sanskrit-Textes. Die Bedeutung dieser enormen Sammlung an Geschichten sowie religiösen und philosophischen Parabeln wird am besten mit einem Satz aus dem ersten Parva (Buch) des Mahabharata zusammengefasst: "Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden."Battlefield zeigt die apokalyptischen Nachwirkungen des Krieges zwischen den rivalisierenden Königsfamilien der Pandavas und Kauravas. Angesichts Millionen Toter auf dem Schlachtfeld kann König Yudishtira, das Blut des Massakers noch an den Händen, seinen Sieg nur als Niederlage empfinden. Mit Hilfe seiner Mutter Kunti und dem blinden König Dhritarashtra, der auf der gegnerischen Seite seine 100 Söhne verlor, versucht er verzweifelt zu ergründen, wie er angesichts seiner Schuld inneren Frieden finden kann.
In Battlefield vermischen sich größter Ernst und spielerische Leichtigkeit. Begleitet von den Schlägen der Trommel werden die vier Darsteller*innen zu Sieger*innen und Besiegten, Würmern und Adlern, Opfern und Täter*innen und verwandeln seidene Schals in Flüsse oder Leichentücher.
Peter Brook, geboren 1925 in London, ist einer der bekanntesten Regisseure der Welt. Mit seinen Inszenierungen und Texten hat er das Theater in den letzten Jahrzehnten maßgeblich geprägt. Für Brook und seine langjährige Mitarbeiterin Marie-Hélène Estienne sind es die Fragen nach Verantwortung, Schuld und Vergebung in einer von Konflikten und Kriegen zerrütteten Zeit, die aus Battlefield eine Parabel für die Gegenwart machen. Diese Fragen richten sich in erster Linie an Trump, Putin, Erdogan und Assad, aber auch an alle anderen Staatsoberhäupter dieser Welt.
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